Arbeit

Telefongrenzen bei der Arbeit, die vernünftig sind

Niemand plädiert für gar keine. Die nützliche Frage ist, welche Nutzungen dich nichts kosten und welche still den Teil des Tages auffressen, mit dem du gerechnet hast.

5 Min. Lesezeit

Die Linie ist die Unterbrechung, nicht die Minuten

Zehn Minuten in der Mittagspause kosten nichts. Zehn einzelne Kontrollblicke von neunzig Sekunden über einen Nachmittag kosten den Nachmittag, denn jeder landet mitten in etwas, und das Etwas muss neu gestartet werden.

Die Gesamtzeit zu zählen ist also das falsche Maß. Was zählt, ist, wie oft die Arbeit abgelegt wurde.

Was vernünftig ist

Ungefähr, und passe es an deine Arbeit an.

  • In Pausen und beim Mittagessen schauen: in Ordnung, und etwas anderes zu behaupten ist Theater.
  • Auf etwas wirklich Dringendes antworten: in Ordnung, und selten.
  • Das Telefon mit dem Bildschirm nach oben neben der Tastatur: nicht in Ordnung, und die größte verfügbare Änderung.
  • Ein Blick jedes Mal, wenn eine Aufgabe schwierig wird: der kostet, und den zählt niemand.

Erst Mitteilungen, dann Blockieren

Die meiste Telefonnutzung im Arbeitstag wird ausgelöst statt gewählt. Alles abzuschalten, was nicht ein Mensch ist, der dich direkt kontaktiert, entfernt den Großteil davon ganz ohne Willenskraft.

Mach das vor allem anderen. Es ist kostenlos, für Kolleginnen unsichtbar, und für viele Menschen ist es die ganze Lösung.

Während der Arbeitszeit blockieren

Wenn der Sog selbst erzeugt statt ausgelöst ist, richten Mitteilungen nichts aus, ein gesperrtes Fenster schon.

Der heikle Teil ist, dass die Arbeitszeit genau die ist, in der du am wenigsten dabei gesehen werden willst, wie du jemanden um Erlaubnis fragst. Setz das Fenster enger, als du denkst, und lass alles Arbeitsnahe draußen, denn eine Sperre, die du um elf Uhr morgens abschaltest, ist schlimmer als keine: Du hast dir jetzt bewiesen, dass sie abgeht.

Der Teil, den du nicht zu lösen hast

Wenn erwartet wird, dass du um zehn Uhr abends auf Arbeitsnachrichten antwortest, hilft keine App, und es ist kein Telefonproblem.

Das lohnt sich ehrlich zu trennen, denn private Telefongewohnheiten und eine Arbeitgeberin ohne Grenzen fühlen sich von innen identisch an und haben völlig verschiedene Lösungen.

Häufige Fragen

Ist es unvernünftig, wenn ein Arbeitgeber Telefone verbietet?

Das hängt ganz von der Arbeit ab. In einem Beruf mit echten Sicherheits- oder Vertraulichkeitsanforderungen ist es normal. Im Büro ist es meist ein Ersatz dafür, Menschen nicht zu vertrauen, und erzeugt Theater statt Konzentration.

Und im Homeoffice?

Schwieriger, weil die soziale Reibung des Gesehenwerdens fehlt. Das ist ein anderes Problem und braucht eine andere Antwort.

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